Anti-Bias-Traiining für Senior:innen

Anti-Bias-Training für Senior:innen

– – Vielfalt wahrnehmen, kennen, respektieren und schätzen lernen – –
– – Stereotype und Vorurteile reflektieren sowie überwinden – –
– – Solidarisch und auf Augenhöhe miteinander umgehen – –

Zwischen dem 1. Oktober und 31. Dezember 2022 laden wir jeweils wöchentlich an Freitagen Senior:innen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR bzw. den GUS-Staaten in die Räumlichkeiten unseres Vereins ein, um gemeinsam mit ihnen in angenehmer Atmosphäre ein Anti-Bias-Training mit Workshop-Charakter durchzuführen.

In unserer komplexer werdenden Welt, in der – begrüßenswerterweise – immer mehr auch die Bedürfnisse und Problemlagen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in den Blick geraten, sich „Normalität“svorstellungen wandeln und erweitern, sich der Fokus von Integration und Anpassung hin zu Inklusion von Diversität verschiebt, gewinnt das sich Beschäftigen mit Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung – welche in den Sozial- und Geisteswissenschaften bereits seit mehreren Jahrzehnten Beachtung finden, auch – und nicht zuletzt – für den zwischenmenschlichen Umgang im Alltag an Bedeutung. Während die Beschäftigung mit diesen Themen meist auf Kinder und Jugendliche bezogen ist sowie darüber hinaus auf im Arbeitsleben stehende Menschen in Institutionen und Unternehmen, sind spezifisch auf Bedürfnisse und Interessen von Senior:innen ausgerichtete Anti-Bias-Trainings eher rar. Hinzu kommt, dass viele Senior:innen mit Migrationshintergrund, die erst später in ihrem Leben nach Deutschland gekommen sind, oft Schwierigkeiten haben, sich in der deutschen Sprache mit diesen Themen in gebotener Tiefe auseinanderzusetzen. Dabei sind auch sie gleichberechtigte Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft, nehmen am Alltag in all seinen Facetten teil und haben als Großeltern einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entwicklung von Kindern.

Zentraler Bestandteil wird die Auseinandersetzung mit Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sein. Der Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit fasst eine relativ große Bandbreite an unterschiedlichen Diskriminierungsformen unter ein gemeinsames Label zusammen, ohne aber deren Besonderheiten zu negieren – und ist aufgrund seiner allgemein gehaltenen Definition offen für die Integration weiterer gruppenbezogener Unterdrückungsverhältnisse. Je eine ausgewählte Diskriminierungsform (bzw. wo es sich anbietet, auch zwei oder drei in Verknüpfung, z. B. Rassismus und „Fremden“feindlichkeit oder Klassismus, Abwertung von wohnungslosen und arbeitslosen Menschen) wollen wir im Projektzeitraum an zwei aufeinanderfolgenden Treffen gemeinsam bearbeiten. Ausgehend von einem

(1) gemeinsam angeschauten Film / Filmausschnitten oder / und einem Einstiegsvortrag,

möchten wir

(2) nachfolgend Begriffe klären,
(3) Geschichte mit traditionellen und modernen Formen zusammenfassend darstellen,
(4) eigene Erfahrungen miteinander teilen,
(5) eigene Verfangenheiten in Bezug auf die jeweiligen Stereotypen, Vorurteile und Diskriminierungsformen reflektieren sowie
(6) Möglichkeiten aufzeigen, eigenes Denken und Handeln im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen entsprechend zu ändern.

Methodisch unterstützend, wollen wir auf eine Vielzahl von Arbeitsmaterialien zurückgreifen
 

Plakat zum Anti-Bias-Training für Senior:innen