Derzeit herrschen sehr hohe Temperaturen von weit mehr als 30 Grad in Deutschland. Gesundheitsbehörden warnen vor der Hitzebelastung. Wie können wir uns im Alltag am besten schützen? Ein Überblick.
Ab wann wird die Hitze gefährlich?
Grundsätzlich gilt: Ab etwa 30 Grad wird von großer Hitze gesprochen. Kritisch wird es vor allem, wenn die Temperaturen auch nachts nicht mehr deutlich sinken.
Besonders gefährlich ist die Hitze für ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Der Körper kann sich dann noch schlechter an die Temperatur anpassen. Im schlimmsten Fall drohen Kreislaufprobleme oder Hitzschläge.
Was und wie viel trinken und essen?
Etwa zweieinhalb bis drei Liter über den Tag verteilt sollte getrunken werden. Ideal sind Wasser, abgekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralien, um die ausgeschwitzten Salze wieder zu ersetzen.
Süßgetränke wie Cola oder andere Limonaden verursachen hingegen noch mehr Durst. Sehr gekühlte Getränke können Magenbeschwerden verursachen. Auf Alkohol sollte besser verzichtet werden, da er die Gefäße ausweitet und das Herz so noch mehr belastet.
Beim Essen gilt, möglichst leichte und keine fettige Kost zu sich zu nehmen und mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Viel Obst und Gemüse sind da ideal. Auch sollte nicht zu sehr auf Salz verzichtet werden, da viele Salze und Mineralien beim Schwitzen verloren gehen.
Wie bleibt die Wohnung kühl?
Wer keine Klimaanlage hat, sollte vor allem erst gar keine Hitze reinlassen: Es ist ratsam, Fenster und Türen tagsüber geschlossen zu halten und gezielt in den kühleren Stunden zu lüften, zum Beispiel früh morgens oder nachts. Ventilatoren können zusätzlich helfen. Sie kühlen zwar nicht die Luft, dafür aber die Haut.
Auch ein nasser Wäscheständer kann den Raum abkühlen. Des Weiteren hilft ein abgedunkelter Raum.
Pflanzen auf Balkon oder Fensterbank können ebenfalls die Raumtemperatur leicht beeinflussen.
Was hilft beim Einschlafen?
Wer bei der Hitze Probleme mit dem Einschlafen hat, kann vor dem Schlafengehen eine kühle Dusche nehmen. Diese sollte aber nicht zu kalt sein. Danach den Körper nicht ganz abtrocknen, sondern einige Wassertröpfchen auf der Haut lassen, bis sie von allein verdunsten. Das bringt dem Körper Abkühlung.
Außerdem empfiehlt sich ein leichter, luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Er kann Schweiß gut aufnehmen – immerhin schwitzt der Körper nachts bis zu einem halben Liter Flüssigkeit aus. Auch wer ohne Bekleidung schlafen will, sollte sich zumindest mit einem Laken eindecken. Der Körper kühlt trotz der Hitze aus und das Risiko von Verspannungen bis hin zu einer Sommergrippe steigt dadurch.
Was ist mit Sport bei Hitze?
Sport treiben ist grundsätzlich in Ordnung, jedoch gibt es einige Dinge zu beachten: Wer im Freien Sport machen will, sollte das möglichst in den frühen Morgenstunden tun. Zur Nachmittagszeit empfehlen sich dafür eher klimatisierte Innenräume.
Bei Ausdauersport wird empfohlen, nicht zu intensiv zu trainieren, das gilt besonders für Menschen mit Vorerkrankungen. Wer langsamer trainiert oder die Sporteinheit kürzer hält, kann so den Kreislauf entlasten. Gefährlich kann es werden, wenn sich bei direkter Sonneneinstrahlung oder hoher Luftfeuchtigkeit körperlich angestrengt wird.
Wo kann ich mich in der Stadt vor der Hitze schützen?
Sinnvoll ist grundsätzlich vor dem Rausgehen auf Warnungen des Deutschen Wetterdienstes zu achten. Viele Kommunen richten inzwischen auch vermehrt „kühle Orte“ ein wie etwa klimatisierte Gebäude oder schattige Parks.
Welche Rolle spielt der Klimawandel in Europa?
Fachleute sind sich einig: Ohne den Klimawandel wären solche Hitzeperioden deutlich seltener. Laut des Projekts Climameter, was unter anderem von der Europäischen Union finanziert wird, hat der menschengemachte Klimawandel mittlerweile bis zu vier Grad Celsius in Teilen Westeuropas hinzugefügt. Kein Kontinent erwärmt sich demnach so schnell wie Europa. Man erreiche also langsam die Grenzen dessen, woran sich die Gesellschaft und auch das Ökosystem anpassen können.
Extreme Temperaturen in Europa sind heute und in Zukunft um ein Vielfaches wahrscheinlicher als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig steigt die Belastung für Gesundheitssysteme, Städte und Infrastruktur.
Warum leiden Städte besonders?
In Städten ist es oft mehrere Grad wärmer als auf dem Land. Fachleute sprechen vom Wärmeinsel-Effekt. Der Grund: Beton, Asphalt und Gebäude speichern Wärme und geben sie nachts wieder ab. Gleichzeitig gibt es weniger Grünflächen und Schatten. Dadurch kann es selbst nachts unangenehm warm sein.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Hitze wird in Deutschland voraussichtlich weiter zunehmen. Laut des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus hat sich allein Europa um 2,4 Grad erwärmt seit der vorindustriellen Zeit (1850 – 1900). Der Erde erwärmt sich hauptsächlich durch Treibhausgasemmissionen, die durch das Verbrennen von Gas, Öl und Kohle entstehen und in der Atmosphäre verbleiben. Diese lassen das Sonnenlicht rein, halten aber die aufsteigende Wärme auf der Erde fest. Je mehr Emissionen ausgestoßen werden, desto wärmer wird es.
Quelle: Tagesschau.de
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