Einen historischen Weltrekord Nürnberger Posaunenchöre erlebte die Frankenmetropole Ende Juli: Drei Tage und drei Nächte lang erklang in der Nürnberger St.-Jakobs-Kirche ununterbrochen der kraftvolle Klang von Trompeten, Posaunen und Hörnern. Folglich handelte es sich hierbei keineswegs um ein gewöhnliches Kirchenkonzert, sondern um einen akribisch geplanten musikalischen Marathon, bei dem insgesamt 1.800 Musikerinnen und Musiker Geschichte schrieben.
Der Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern organisierte dieses ambitionierte Großprojekt. Mehr als 140 Ensembles aus verschiedenen Bundesländern reisten an, um eindrucksvoll zu beweisen, wie vielseitig und belastbar die traditionsreiche Bläsermusik heutzutage ist.
Eiserne Disziplin: Nur 10 Sekunden Pause und eine eigene «Feuerwehr»
Das Regelwerk des Rekord-Instituts Deutschland (RID) verlangte allen Beteiligten höchste Konzentration ab. Zwischen den einzelnen Musikstücken durften nämlich maximal zehn Sekunden Stille liegen. Aus diesem Grund unterteilten die Organisatoren das gesamte 72-Stunden-Programm in 48 präzise getaktete Blöcke von jeweils 90 Minuten.
Trotz der detaillierten Planung blieben unvorhersehbare Verzögerungen die größte Gefahr für das Gelingen des Vorhabens:
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Einsatzbereite Reserve-Gruppe: Zugverspätungen oder plötzliche Erkrankungen hätten die Kette sofort unterbrechen können. Deshalb stand rund um die Uhr eine speziell eingerichtete Bläser-Reserve (die sogenannte «Feuerwehr») bereit, um bei Notfällen ohne Verzögerung einzuspringen.
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Absicherung gegen Notfälle: Zudem wurden Notfallpläne für Stromausfälle und sogar für einen potenziellen Blitzeinschlag ins Kirchengebäude ausgearbeitet. Lediglich eine komplette Evakuierung der Nürnberger Innenstadt hätte das Projekt stoppen können.
Vielfältiges Repertoire: Von Chorälen bis zu Sommer-Weihnachtsliedern
Darüber hinaus verfolgten die Veranstalter das Ziel, veraltete Vorurteile gegenüber der Posaunenchor-Kultur abzubauen. Obwohl allein in Bayern rund 830 solcher Ensembles mit etwa 15.000 Aktiven existieren, wird ihre Musik fälschlicherweise oft nur mit Gottesdiensten oder Trauerfeiern assoziiert.
Während des Marathons stand die St.-Jakobs-Kirche deshalb Tag und Nacht für Besucher offen. Wer beispielsweise um drei Uhr morgens das Gotteshaus betrat, erlebte ein überraschend vielseitiges Programm:
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Klassische Kirchenchoräle und festliche Serenaden
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Schwungvolle Volkslieder und moderne Jazz-Arrangements
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Bekannte Pop-Klassiker und aktuelle Chart-Hits
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Sowie stimmungsvolle Weihnachtslieder mitten im Hochsommer
Das Finale und das Warten auf das RID-Gutachten
Der musikalische Dauerlauf begann am 30. Juli um 09:00 Uhr und endete schließlich am 2. August um 09:30 Uhr mit einem feierlichen Abschlussgottesdienst. Während der gesamten 72 Stunden wurde der Auftritt lückenlos auf Video und Foto dokumentiert.
Sämtliche Unterlagen wurden bereits beim Rekord-Institut Deutschland eingereicht. Obwohl die offizielle Prüfung noch ein bis zwei Werktage in Anspruch nimmt, sind sich alle Beteiligten sicher, dass der Weltrekord Nürnberger Posaunenchöre in Kürze offiziell bestätigt wird.
Der Artikel wurde von Stanislav Mustaiev vorbereitet.
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Die Illustration wurde von der künstlichen Intelligenz Google Gemini generiert

