Praktisch jedes Jahr sorgen die Eisheiligen für weitere Kälteeinbrüche im eigentlich schon milden Mai. Doch wie kommt es zu diesem plötzlichen Kälteeinbruch und wie frostig werden die Eisheiligen in diesem Jahr?
Der Begriff „Eisheilige“ beschreibt eine Wetterphase im Mai, in der es noch einmal zu Kälteeinbrüchen kommen kann. Benannt ist diese Wetterperiode nach den Namenstagen von fünf christlichen Heiligen, die zwischen dem 11. und 15. Mai liegen. In dieser Zeit können die Temperaturen deutlich sinken. Nachts und morgens kann sogar Bodenfrost auftreten.
Die Eisheiligen entstehen durch meteorologische Besonderheiten. Im Mai treffen oft noch kalte Luftmassen aus Nordeuropa auf bereits erwärmte Regionen im Süden. Dieser starke Temperaturunterschied begünstigt die Bildung kräftiger Tiefdruckgebiete – Bereiche in der Atmosphäre, in denen der Luftdruck niedriger ist als in der Umgebung und in die Luft aus höheren Druckgebieten einströmt.
Dies kann zu schnellen Wetterwechseln führen, bei denen kalte Polarluft nach Mitteleuropa strömt. Klare Nächte unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten können zusätzlich Frost bringen. Häufig werden die Eisheiligen auch als meteorologische Singularität bezeichnet.
Wann sind die Eisheiligen im Jahr 2026?
Die Eisheiligen fallen jedes Jahr auf den Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Im Jahr 2026 befinden sie sich in der 20. Kalenderwoche. Dies ergibt folgende Termine:
- Mai (Montag): Mamertus
- Mai (Dienstag): Pankratius
- Mai (Mittwoch): Servatius
- Mai (Donnerstag, Christi Himmelfahrt): Bonifatius
- Mai (Freitag): Kalte Sophie
Wie kalt wird es während der Eisheiligen 2026?
Aktuellen Prognosen zufolge werden die Eisheiligen im Jahr 2026 nicht so kalt ausfallen wie sonst üblich. Die meisten Wettermodelle deuten darauf hin, dass die Temperaturen vom 11. bis zum 15. Mai 2026 eher dem Durchschnitt entsprechen oder diesen sogar leicht übersteigen werden.
Für die Zeit vom 11. bis 15. Mai 2026 sagen Experten folgende Tiefsttemperaturen voraus:
- Norddeutschland: 2 bis 4 Grad Celsius, örtlich Bodenfrost
- Süddeutschland: 6 bis maximal 8 Grad Celsius, örtlich Bodenfrost
Dies geht mit folgenden Höchsttemperaturen einher:
- 14 bis 18 Grad Celsius, bei längerem Niederschlag unter 10 Grad
- 8 bis 12 Grad an Christi Himmelfahrt (14. Mai), in sonnigen Momenten bis 16 Grad
- 6 bis 12 Grad ab 17. Mai, mit Sonnenschein bis 16 Grad
Warum fallen die Eisheiligen 2026 aus der Reihe?
Experten zufolge kommt es bereits jetzt zu Temperaturen, die eigentlich der Periode der Eisheiligen zugeschrieben werden. Die Eisheiligen selbst fallen dagegen milder aus als üblich.
Der Grund dafür sind atmosphärische Prozesse, die anders verlaufen als im Durchschnitt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Polarwirbel. Dieser ist ein großräumiges Tiefdruck- und Kaltluftsystem in der oberen Atmosphäre über der Arktis. Es bildet sich im Winter und schließt kalte Luft ein, indem es durch starke Westwinde stabil zusammengehalten wird.
Wenn dieser Wirbel geschwächt wird oder zusammenbricht – etwa durch plötzliche Erwärmungsereignisse in der Stratosphäre –, zerfällt er häufig in mehrere Teile. Dadurch kann die Kaltluft nicht mehr über der Arktis gehalten werden, sondern wird nach Süden gelenkt. Das führt in tieferen Breiten dann häufiger zu Kälteeinbrüchen und zu wechselhaftem, teils extremem Wetter.
Meteorologen erwarten verfrühte, aber milde Eisheilige
Im Jahr 2026 ist der Polarwirbel eine Woche früher zusammengebrochen als üblich. Daher wird kalte Polarluft ebenfalls früher nach Süden gelenkt. Dadurch können die typischen „Eisheiligen-Kältephasen” bereits jetzt auftreten, statt wie üblich zwischen dem 11. und 15. Mai.
(Text gekürzt)
Quelle: HNA.de
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