Im Osten Deutschlands die besten Chancen für Haustiere

Haustiere

Wohnungssuche mit Haustier – Tierhalter haben im Osten Deutschlands die besten Chancen

Wer mit Hund oder Katze eine Wohnung sucht, hat im Osten Deutschlands die besten Chancen. Das geht aus einer Untersuchung des Immobilienportals Immoscout24 hervor. Demnach erlauben rund die Hälfte der Vermieter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Brandenburg Haustiere.

  • Sachsen-Anhalt ist Spitzenreiter bei der Wohnungssuche mit Haustier
  • Ostdeutsche Vermieter setzen häufiger auf Absprachen
  • Im Süden Deutschlands sind Haustiere oft unerwünscht
  • Leipzig ist Deutschlands haustierfreundlichste Metropole

Haustiere sind für viele Menschen Teil der Familie. Doch bei der Wohnungssuche werden Hunde, Katzen und Co. häufig zum entscheidenden Faktor. Eine Auswertung von Immoscout24 macht deutlich: Während Vermieterinnen und Vermieter in Baden-Württemberg oder Bayern Tiere überdurchschnittlich oft ausschließen, zeigen sich Eigentümer in Ostdeutschland deutlich offener. Besonders Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen stechen positiv hervor. Leipzig ist die haustierfreundlichste Metropole des Landes.

Sachsen-Anhalt ist Spitzenreiter bei der Wohnungssuche mit Haustier

Bundesweit erlauben lediglich acht Prozent aller Mietangebote Haustiere ausdrücklich. Bei weiteren 29 Prozent ist die Haltung nach Vereinbarung möglich. Damit gelten insgesamt 37 Prozent der Angebote als potenziell haustierfreundlich. Gleichzeitig schließen 21 Prozent der Inserate Tiere generell aus, in den übrigen fehlt eine Angabe komplett.

Für Mietsuchende in Mitteldeutschland fällt die Bilanz jedoch deutlich besser aus. Die geringsten Ausschlussquoten verzeichnen Sachsen mit nur fünf Prozent und Sachsen-Anhalt mit sechs Prozent. Im Gegenzug sind die Inserate mit 55 Prozent (Sachsen-Anhalt) und 51 Prozent (Sachsen und Thüringen) besonders tierfreundlich.

Ostdeutsche Vermieter setzen häufiger auf Absprachen

Die Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede. Während Haustiere in süddeutschen Bundesländern oft kategorisch ausgeschlossen werden, setzen Vermieter im Osten häufiger auf individuelle Regelungen.

In Sachsen-Anhalt sind Haustiere bei 49 Prozent der Angebote nach Vereinbarung möglich. Thüringen folgt mit 45 Prozent, Sachsen mit 41 Prozent und Brandenburg mit 38 Prozent. Alle vier Länder liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Ein ausdrückliches Ja zur Tierhaltung bleibt dagegen deutschlandweit die Ausnahme. In den meisten Bundesländern liegt dieser Anteil zwischen fünf und sieben Prozent. Häufiger entscheiden Vermieter erst nach einem persönlichen Gespräch über die Tierhaltung.

Im Süden Deutschlands sind Haustiere oft unerwünscht

Ganz anders stellt sich die Lage in Süd- und Südwestdeutschland dar. Baden-Württemberg ist das Schlusslicht im Bundesvergleich. Dort schließen 35 Prozent aller Mietangebote Haustiere ausdrücklich aus.

Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern und dem Saarland ist etwa jede dritte Wohnung für Tierhalter keine Option. Wer dort mit Hund oder Katze eine Wohnung sucht, muss oftmals deutlich länger suchen und häufiger Absagen in Kauf nehmen.

Leipzig ist Deutschlands haustierfreundlichste Metropole

Bei den Städten schneidet Leipzig besonders positiv ab. Unter den acht größten deutschen Städten weist die Messestadt den höchsten Anteil haustierfreundlicher Angebote auf. Insgesamt 47 Prozent aller Mietwohnungen erlauben Haustiere entweder direkt oder nach Absprache. Auf den weiteren Plätzen folgen Berlin und Düsseldorf. Am Ende der Liste steht Hamburg.

Auffällig ist dabei vor allem der Unterschied bei den ausdrücklichen Ablehnungen: In Stuttgart untersagen 33 Prozent der Angebote Haustiere grundsätzlich. In Leipzig liegt dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent.

Kein grundsätzliches Verbot für Mieter

Grundsätzlich können Vermieter Haustiere nicht verbieten, erklärt Jutta Hartmann, Pressesprecherin des Deutschen Mieterbundes. Mieterinnen und Mieter müssten um Erlaubnis fragen, um Zustimmung bitten für die Hunde- und Katzenhaltung. Diese könne aber der Vermieter nicht einfach pauschal ablehnen, er müsse plausible Gründe haben“, betont Hartmann.

Kleintiere wie Hamster und Wellensittiche seien immer erlaubt. Hunde und Katzen müssten dagegen zur Wohnungsgröße und Hausgemeinschaft passen, sagt Jutta Hartmann. „Je größer und exotischer das Tier wird, desto mehr gibt es da einen Klärungsbedarf.“

(Text gekürzt)


Quelle: mdr.de

Symbolbild: Magnific KI

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