Wieder Streik bei den LVB ab Freitag, 27. Februar 2026

Streik

Die Gewerkschaft hat zu einem Streik bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) aufgerufen. Der Streik dauert von Freitag, 27. Februar 2026, ab 3 Uhr, bis Sonntag, 1. März, bis ca. 6 Uhr.

In dieser Zeit kann es zu Ausfällen und Einschränkungen im Linienverkehr kommen. Es ist auch möglich, dass der Verkehr zeitweise komplett eingestellt wird.

Die Gewerkschaft Verdi kündigt einen zweitägigen Warnstreik im Leipziger Nahverkehr an. Am Freitag und Samstag dürften in der Messestadt kaum Busse und Straßenbahnen fahren. Kommt es im Tarifstreit zu keiner Einigung, drohen weitere Streiks im März – auch zur Buchmesse.

Knapp drei Wochen nach dem jüngsten ganztägigen Streik im Leipziger Nahverkehr ruft die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) erneut dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen.

Wann wird in Leipzig gestreikt?

Der Streik dauert laut Angaben von Verdi-Gewerkschaftssekretär Liam Pape zwei Tage. Beginnen wird er am Freitag um 3 Uhr, enden am Sonntag um 6 Uhr. „Die Fahrgäste müssen sich auf weitreichende Einschränkungen im Nahverkehr einstellen“, sagt Pape am Dienstag. „Wir kündigen den Streik frühzeitig an, damit sich alle Leipzigerinnen und Leipziger darauf vorbereiten können.“

Richten die LVB wieder einen Notfahrplan ein?

Während des ganztägigen Streiks am 2. Februar hatten die LVB kurzfristig einen Notfahrplan eingerichtet. Ob auch am Freitag und Samstag vereinzelt Busse sowie Straßenbahnen fahren, entscheidet sich nach Angaben der LVB erst am Freitagmorgen. „Erst dann wissen wir, wie viele Beschäftigte sich am Streik beteiligen“, erklärt LVB-Sprecher Marc Backhaus. Rund die Hälfte der Arbeitnehmer, die am 2. Februar Dienst hatten, hätten damals ihre Arbeit niedergelegt.

Welche Verkehrsmittel fahren am Freitag und Samstag in Leipzig?

Wie die LVB mitteilten, fahren die von Subunternehmen betriebenen Buslinien 61, 62, 66, 77, 83, 87, 88, 91, 143, 162, 172, 173, 175 und 176 am Freitag und Samstag voraussichtlich planmäßig. Auch die sogenannten Flexa-Fahrten mit den LVB-Kleinbussen würden weiterhin angeboten.

Die Züge der Deutschen Bahn, dazu gehören auch die S-Bahnen, verkehren nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt. Auch die Verkehrsunternehmen Regionalbus Leipzig und Nordsachsen Mobil werden nicht bestreikt.

Welche Alternativen gibt es?

Die Gewerkschaft Verdi rät Bürgerinnen und Bürgern, am Freitag und Samstag lieber zu Fuß zu gehen, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zu fahren. Wer kein Auto oder Rad hat, kann Nextbikes oder Carsharing-Angebote wie Teilauto oder Cityflitzer nutzen. Alternativ kann man auch ein Taxi oder ein Bolt bestellen.

Warum ruft die Gewerkschaft Verdi zum Streik auf?

Hintergrund für den Warnstreik sind die laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in Sachsen. Mit dem zweitägigen Streik möchte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am 9. März erhöhen.

„Wir haben in der letzten Verhandlungsrunde gemerkt, dass der Warnstreik am 2. Februar Wirkung gezeigt hat“, sagt Pape. „Die Arbeitgeber haben Teile der Gegenforderungen vorerst vom Tisch genommen, etwa die Forderung nach der 40-Stunden-Woche.“

Gleichzeitig bestehe bei der Arbeitszeitverkürzung weiterhin keinerlei Verhandlungsbereitschaft. „Auch soll nach wie vor ein Urlaubstag gestrichen und der Krankengeldzuschuss verschlechtert werden“, kritisiert Pape. Verbindliche Zusagen etwa zur Beschäftigungssicherung oder zur dauerhaften Entgeltkopplung blieben ebenfalls aus.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, zwölf Stunden ununterbrochene Ruhezeit und eine Erhöhung der Nachtzuschläge.

Auf die Frage, wie die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaft finanzieren sollen, antwortet Pape: „Es ist nicht unsere Aufgabe, Finanzierungsmodelle vorzulegen.“ Deutschland sei ein vermögendes Land und müsse den Kommunen ausreichend Geld für den Nahverkehr zur Verfügung stellen.

„Die LVB stehen nicht vor dem finanziellen Ruin, sie haben 2025 noch einen Fahrgastrekord aufgestellt“, ergänzt Pape. „Dieser Rekord ist übrigens nicht dem Arbeitgeber zu verdanken, sondern den Beschäftigten.“


Quellen: LVB, LVZ

Bild: KI

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