Im Herbst verirren sich Spinnen in Wohnungen. Neben der Großen Hauswinkelspinne breitet sich auch die Nosferatu-Spinne in Leipzig aus. Welche Arten bei uns leben, wie gefährlich sie sind und was bei einem Spinnenfund getan werden kann.
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, verirren sich häufiger Spinnen in unsere Wohnungen. Das liegt vor allem an der Paarungszeit: Die Männchen verlassen ihre Verstecke, um Weibchen zu finden. Dabei krabbeln sie mitunter in Badezimmer, Keller oder Wohnräume. Andere Spinnen suchen geschützte Orte, an denen sie überwintern können. Auch junge Tiere gehen auf Wanderschaft. Sie lassen sich an einem Spinnfaden vom Wind tragen und können so weite Strecken zurücklegen.
Welche Spinnen leben in Leipzig und Sachsen?
Zu den häufigsten Spinnen in unseren Wohnungen zählen die Große Hauswinkelspinne und die Große Zitterspinne, erklärt Robert Klesser, Experte des Naturkundemuseums Leipzig. Auch kleinere Arten wie die Dreiecks-Fettspinne sind oft anzutreffen. Rund ums Haus finden sich häufig die sogenannte Spaltenkreuzspinne, in Gärten ist die Gartenkreuzspinne verbreitet.
Die Nosferatu-Spinne breitet sich aus
Besondere Aufmerksamkeit bekommt inzwischen die Nosferatu-Spinne. Erste Nachweise gab es in Leipzig vor allem im Stadtteil Schleußig. Inzwischen wurde sie auch im Zentrum und in Gohlis entdeckt. Verwechslungen mit der Großen Hauswinkelspinne sind häufig. Die Nosferatu-Spinne ist für deutsche Verhältnisse recht groß und kräftig gebaut. Ihren Namen verdankt sie einer dunklen Zeichnung auf dem Vorderkörper, die so manch einen an einen Totenkopf oder das Gesicht der Filmfigur Nosferatu erinnert.
Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum. Der erste gesicherte Nachweis in Deutschland gelang 2005 in Freiburg im Breisgau. Heute ist sie in allen Bundesländern verbreitet.
Auch der NABU Sachsen bestätigt ihre zunehmende Ausbreitung. Eine konkrete Auswertung der Nachweise für Sachsen oder Leipzig gibt es bislang allerdings nicht. Trotz ihrer Ausbreitung gilt die Spinne nicht als invasiv. Hinweise auf negative Auswirkungen auf heimische Arten oder Ökosysteme liegen laut NABU bisher nicht vor.
Können Spinnen beißen?
Die gute Nachricht: Die meisten heimischen Spinnen sind für Menschen harmlos. Zwar können einige Arten mit ihren Mundwerkzeugen die menschliche Haut verletzen, doch Bisse sind selten. Bei vielen Arten reicht der Kieferapparat nicht aus, um die Haut zu durchdringen. Spinnen greifen Menschen nicht gezielt an und beißen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlen.
Neben der Nosferatu-Spinne kann auch der heimische Ammen-Dornfinger kräftig zubeißen. Die Bisse beider Arten können schmerzhaft sein und Beschwerden hervorrufen, die mit einem Wespenstich vergleichbar sind. Kinder und empfindlichere Menschen können stärker reagieren. Bei ausgeprägten oder anhaltenden Beschwerden sollte ein Biss deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Was tun, wenn eine Spinne in der Wohnung sitzt?
Wer eine unbekannte Spinne entdeckt, sollte Ruhe bewahren. Wer möchte, kann über Meldeplattformen wie NABU-naturgucker die Beobachtung dokumentieren. Für die Nosferatu-Spinne gibt es ein eigenes Meldeformular.
Wer das Tier entfernen möchte, kann es vorsichtig einfangen und draußen an einer geschützten, möglichst grünen Stelle freilassen. Bei einer Nosferatu-Spinne empfiehlt der NABU, dafür ein Behältnis zu verwenden oder Handschuhe zu tragen, um einen Biss zu vermeiden. Grundsätzlich sollten Spinnen nicht mit bloßen Händen angefasst oder unnötig bedrängt werden.
Quelle: LVZ
Symbolbild: Wikimedia Commons/Christian Ferrer

