Im Juli gibt es nicht nur mehr Rente: Fünf neue Regeln für Rentner und deren Alltag
Zum 1. Juli 2026 gelten mehrere neue Regelungen, die auch für Rentnerinnen und Rentner von Bedeutung sein können. Dabei geht es diesmal nicht in erster Linie um die gesetzliche Rente, sondern um Änderungen in anderen Lebensbereichen. Je nach persönlicher Situation können die Neuerungen den Alltag erleichtern oder neue Pflichten mit sich bringen. Welche fünf Änderungen besonders wichtig sind und worauf Betroffene achten sollten, zeigt dieser Überblick.
1. „Mein ELSTER+“ erleichtert die Steuererklärung
Mit „Mein ELSTER+“ startet ein neues Angebot der Finanzverwaltung. Es richtet sich zunächst unter anderem an ledige, kinderlose Rentner mit einem einfachen Steuerfall. Nach der Registrierung erhalten Nutzer eine bereits vorausgefüllte Steuererklärung. Grundlage sind Daten, die dem Finanzamt bereits vorliegen. Persönliche Ausgaben wie außergewöhnliche Belastungen, Krankheitskosten oder weitere absetzbare Kosten müssen weiterhin selbst ergänzt werden.
2. Minijob: Rückkehr in die Rentenversicherung wird möglich
Ab dem 1. Juli 2026 können Minijobber wieder in die Rentenversicherungspflicht zurückkehren.
Auch Rentner, die neben ihrer Altersrente einen Minijob ausüben, können davon profitieren. Durch eigene Beiträge lassen sich zusätzliche Rentenansprüche erwerben. Außerdem wird die Beschäftigungszeit vollständig als Wartezeit für die gesetzliche Rentenversicherung berücksichtigt.
Wer die Rückkehr in die Rentenversicherung nutzen möchte, kann den entsprechenden Antrag stellen.
3. Onlinebestellungen aus Nicht-EU-Staaten
Für Waren aus Ländern außerhalb der Europäischen Union entfällt die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro. Die Änderung betrifft vor allem Bestellungen bei Onlinehändlern und Plattformen außerhalb der EU. Dadurch können künftig auch bei günstigeren Bestellungen zusätzliche Zollabgaben anfallen.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Versandland und mögliche Zusatzkosten.
4. Verkehrsverstöße: Mehr Zeit für Bußgeldverfahren
Bei bestimmten Verkehrsordnungswidrigkeiten verlängert sich die Verfolgungsverjährung von drei auf sechs Monate. Die Behörden erhalten dadurch mehr Zeit, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße und andere Verkehrsverstöße zu verfolgen.
Außerdem werden falsche Angaben zur Übernahme von Punkten oder Fahrverboten künftig deutlich schärfer geahndet. Für entsprechende Vermittlungen oder Täuschungen sind hohe Bußgelder vorgesehen.
5. Luftverkehrsteuer wird gesenkt
Die Luftverkehrsteuer wird auf das Niveau vor dem 1. Mai 2024 zurückgeführt. Davon können grundsätzlich auch Rentner profitieren, die eine Flugreise planen. Ob Flugtickets tatsächlich günstiger werden, entscheiden allerdings die Fluggesellschaften selbst. Eine automatische Preissenkung gibt es daher nicht.
Die Rentenerhöhung bleibt die größte Änderung
Die gesetzlichen Renten steigen um 4,24 Prozent. Rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner erhalten entsprechend höhere Rentenzahlungen. Die Deutsche Rentenversicherung informiert die Betroffenen mit einem Rentenanpassungsbescheid über die neue Rentenhöhe.
Fazit
Der Juli 2026 bringt für Rentner weit mehr Neuerungen als nur die Rentenerhöhung. Vor allem bei der Steuer, beim Minijob, bei Onlinebestellungen und im Straßenverkehr gibt es Änderungen, die je nach persönlicher Situation relevant sein können. Es lohnt sich deshalb, die neuen Regelungen zu kennen und bei Bedarf rechtzeitig zu berücksichtigen.
Quelle: rentenbescheid24.de
Symbolbild: Freepik/Magnific

