Wer in Leipzig die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Jetzt will die Ausländerbehörde mit einem KI-Assistenten gegensteuern.
Wer bei der Leipziger Ausländerbehörde einen deutschen Pass beantragen möchte, kann dabei ab sofort digital auch Hilfe von einem KI-Assistenten erhalten. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit.
KI-Assistent soll bei Zusammenstellung von Unterlagen helfen
„Unser Ziel ist es, die Antragstellung für die Menschen in Leipzig so verständlich, transparent und effizient wie möglich zu gestalten“, erklärt Guido Ermisch, Leiter der Ausländerbehörde Leipzig. Die KI soll Nutzende unterstützen, ihre Unterlagen vollständig und korrekt bei der Ausländerbehörde des Ordnungsamts einzureichen.
Die Nutzung der KI-Assistenz ist freiwillig: Erst bei Zustimmung gleiche die Dokumentenprüfung die hochgeladenen Nachweise mit den Angaben im Online-Formular ab. Vor dem Absenden des Antrags bekommt man einen Hinweis, ob die Angaben schlüssig sind und an welchen Stellen Nachbesserungsbedarf besteht.
Die Entscheidung über mögliche Änderungen liegt jederzeit bei der antragstellenden Person. Über den Antrag selbst entscheidet weiterhin ausschließlich die zuständige Ausländerbehörde. Wenn der Antrag abgesendet wurde, werden nach Angaben der Stadt die Prüfdaten der KI unwiderruflich gelöscht.
Bearbeitungsstau bei Leipziger Ausländerbehörde
Über das Programm „Aufenthalt Digital“ der hiesigen Ausländerbehörde können derzeit alle Arten von Aufenthaltstiteln online beantragt werden. Die KI-Assistenz wird Angaben der Stadt zufolge zunächst in den ausgewählten Online-Diensten „Erwerbstätigkeit“, „Ausbildung“, „Familiennachzug“ und „Niederlassungserlaubnis“ zum Einsatz kommen und anschließend auch in weitere Dienste integriert werden.
Die Leipziger Ausländerbehörde kämpfte bislang mit einem regelrechten Stau bei der Bearbeitung von Einbürgerungen. Das Problem ist auch schon lange bekannt: Mit der Fluchtbewegung ab dem Jahr 2014 kamen viele Migrantinnen und Migranten nach Leipzig – und konnten nach Bewilligung als Geflüchtete nach ein paar Jahren auch Anträge auf Einbürgerung in Deutschland stellen.
Für die zuständigen Mitarbeiter in der Behörde war die zunehmende Zahl an Anträgen zu groß. Die Folge: Ein Bearbeitungstau von mehreren Jahren. Wie effektiv der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nun bei der Antragstellung helfen kann, soll sich künftig zeigen.
Quelle: LVZ
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