In der Nacht zum 25. Oktober wird wieder an den Uhren gedreht. Dann beginnt die Winterzeit. Doch wie immer stellt sich die Frage: vor oder zurück? Dafür haben wir Eselbrücken parat! Und die werden wir noch länger brauchen für die Zeitumstellung. Denn obwohl das Ende der Zeitumstellungen beschlossen ist, drehen wir nun nicht zum letzten Mal am Zeiger.
Uhren werden von drei Uhr auf zwei Uhr gestellt
In Deutschland werden die Uhren in der Nacht zum 25. Oktober wieder um eine Stunde zurückgestellt – von drei Uhr auf zwei Uhr. Damit ist die Sommerzeit erstmal wieder vorbei. Es gilt dann die sogenannte Winterzeit, die die eigentlich „normale“ mitteleuropäische Zeit ist.
Das Ende der Zeitumstellung wurde in der Vergangenheit immer wieder diskutiert – ist aber weiterhin nicht in Sicht. Das nächste Mal wird vom 27. auf den 28. März 2027 an der Uhr gedreht, wenn die nächste Sommerzeit wieder beginnt.
Woran scheitert das Ende der Zeitumstellung?
Nachdem eine Mehrheit 2018 bei einer EU-weiten Umfrage für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt hatte, wurde das Ende der Zeitumstellung 2019 zwar beschlossen. Doch seit die Mitgliedsstaaten entscheiden sollen, ob sie zur Normalzeit zurückkehren wollen oder bei einer ganzjährigen Sommerzeit bleiben wollen, ist der Prozess ins Stocken geraten. „Die EU-Kommission und das europäische Parlament hatten das längst und eindeutig bestätigt. Die Nationalstaaten sollen das umsetzen“, sagte der sächsische EU-Abgeordnete für die CDU in Brüssel, Peter Jahr, dem MDR im Oktober 2024. Zwar sei 2020 die Corona-Pandemie dazwischen gekommen, aber danach hätte das Thema geklärt werden müssen, meinte Jahr. „Die Länder finden immer wieder Ausreden. Es geht einfach nicht voran.“
Das liegt auch daran, dass sich im Detail einige Haken zeigen. So braucht etwa die Umstellung des Verkehrs auf das neue Zeitsystem – die Koordinierung von Fahrplänen oder die Vergabe von Slots auf Flughäfen – einen größeren Vorlauf. Zudem würde es mehr als die gegenwärtigen drei Zeitzonen in der EU geben. Eine große Zeitzone, die von Spanien bis Polen reicht und bisher durch den ausgleichenden Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit funktionierte, wäre dann wohl nicht mehr möglich.
Funkuhr versus Turmuhr
Wer eine Funkuhr besitzt, hat es besonders einfach, denn die Uhr stellt sich automatisch um. Die Zeitmessung erfolgt sekundengenau, weil Funkuhren in regelmäßigen Abständen Kontakt zur genauesten Uhr der Welt aufnehmen, dem sogenannten Zeitnormal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB). Doch nicht überall klappt die Zeitumstellung so reibungslos wie bei Funkuhren. Verwirrung stiften nicht selten öffentliche Uhren, die meist erst nach der Zeitumstellung auf den richtigen Stand gebracht werden.
Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät
Vor allem die Umstellung auf die Sommerzeit führt zu Phänomenen, die einem Jetlag ähneln. Der menschliche Körper muss sich an die Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus erst gewöhnen.
Schon die eine Stunde Zeitumstellung reicht aus, um die „innere Uhr“ der meisten Menschen aus dem Takt zu bringen. Denn unser Zeitgefühl ist mehr als nur Einbildung: Es sitzt im Gehirn und besteht aus zwei stecknadelkopfgroßen Ansammlungen von Nervenzellen. Diese Zellen überwachen, wie viel Licht auf die Augen trifft und passen Körpertemperatur, Hormonausschüttung und Stoffwechselgeschwindigkeit daran an. Nach der Zeitumstellung benötigt die „innere Uhr“, die vom Hormonhaushalt gesteuert wird, ein bis zwei Tage, um sich auf den neuen Rhythmus umzustellen.
Quelle: mdr.de
Symbolbild: Magnific KI

