Leipzigs KI-Rechenzentrum kommt – Bau bis 2028
Auf dem Gelände der Alten Messe in Leipzig entsteht eines der modernsten KI-Rechenzentren Sachsens. Die Planung ist abgeschlossen, der Bau soll 2028 fertig sein. Was das für Forschung, Wirtschaft und die Region bedeutet.
Hinter vielen modernen Anwendungen stecken riesige Computer, die in Sekunden Millionen von Daten verarbeiten. Genutzt werden sie für Klimamodelle, die medizinische Forschung oder komplexe Simulationen. Leipzig bekommt bald eine solche Anlage: das KI-Rechenzentrum Leipzig, kurz KIRZL. Es soll auf dem Gelände der Alten Messe entstehen und die Wissenschaftsregion Leipzig weiter stärken.
Nach rund eineinhalb Jahren Planung von Universität Leipzig und dem Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) ist der Entwurf nun abgeschlossen. Das Bauvorhaben wurde bereits ausgeschrieben. Bis Mai 2026 werden Angebote von Generalunternehmen erwartet. „Die Maßnahme befindet sich in der finalen Genehmigungs- und Planungsphase und soll nach jetzigem Stand in der ersten Jahreshälfte 2028 in der Hauptsache fertiggestellt sein“, sagt SIB-Sprecher Alwin-Rainer Zipfl.
Ein Zentrum für viele
Das KIRZL ist nicht nur für die Universität Leipzig gedacht. Es soll ein gemeinsamer IT-Hub und damit ein zentraler Knotenpunkt für die gesamte Region werden. „Wir sind überzeugt, dass das KIRZL einen großen Mehrwert für die Forschenden an der Universität Leipzig sowie für die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Leipzig darstellt“, sagt Prof. Dr. Matthias Middell, Prorektor der Universität Leipzig. Derzeit führe das Universitätsrechenzentrum intensive Gespräche mit mehreren Forschungsinstitutionen der Region über eine gemeinsame Nutzung.
Das Rechenzentrum startet mit einer IT-Leistung von 1,4 Megawatt, also mehr als genug für große Rechenkapazitäten. Bei Bedarf lässt es sich schrittweise auf 4,4 Megawatt ausbauen. Außerdem erfüllt es strenge Umwelt- und Sicherheitsstandards, darunter das Umweltzeichen Blauer Engel, den IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie weitere Zertifizierungen.
Brücke in die Zukunft – ohne Lücke
Damit die Forschung nicht auf Eis liegt, bis das KIRZL fertig ist, plant die Universität Leipzig bereits jetzt eine Übergangslösung. „Um auch während der Bauphase die Deckung des Bedarfs sicherzustellen, haben wir zusammen mit dem SIB eine Erweiterung der bereits bestehenden Rechenzentrumsflächen am Campus Augustusplatz geplant und beauftragt“, berichtet Dieter Lehmann, Direktor des Universitätsrechenzentrums. Diese Erweiterung soll noch 2026 umgesetzt werden.
Bis zur Eröffnung des KIRZL bleibt das bestehende Rechenzentrum voll in Betrieb. Es bietet unter anderem Hochleistungsrechnen, also extrem schnelle Berechnungen für komplexe Forschungsaufgaben, sowie Datenspeicherung und virtuelle Computer an.
Quelle: diesachsen.de
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