Keine Fanmeile zur WM in Leipzig

Fanmeile

300.000 Menschen besuchten zur EM 2024 in Deutschland die Fanmeile auf Leipzigs Augustusplatz. Eine ähnliche Veranstaltung wird es zur WM 2026 allerdings nicht geben, hat die Stadt nun mitgeteilt. Mehrere Gründe sprechen dagegen.

In gut zwei Monaten beginnt die Fußball-WM der Männer in den USA, Mexiko und Kanada. Doch in Leipzig wird es zu diesem Anlass keine große Fanzone auf dem Augustusplatz geben. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, sind – anders als noch zur vergangenen EM 2024 in Deutschland – dieses Mal weder ein öffentlich organisiertes Public Viewing noch ein begleitendes Rahmenprogramm oder sonstige Veranstaltungen geplant. Damit bleibt ein zentrales Element der Fußballbegeisterung, wie es viele Fans vom vergangenen Turnier kennen, in diesem Sommer aus.

Die Entscheidung sei dabei weniger eine Abkehr von bisherigen Traditionen, sondern vielmehr eine Rückkehr zur Normalität, beteuert die Stadt. Öffentlich organisierte Fanzonen seien grundsätzlich freiwillige Leistungen. Einen Anlass dafür, wie bei der EM 2024, gebe es dieses Mal nicht. Damals habe es sich um ein Turnier im eigenen Land gehandelt, zudem mit Spielorten in Leipzig selbst – ein Umstand, der entsprechende Veranstaltungen nicht nur gerechtfertigt, sondern dazu verpflichtet habe.

Haushaltskrise: Kein Platz für freiwillige Fanmeilen

Doch warum veranstaltet die Stadt angesichts der hohen Besucherzahlen bei vergangenen Events und des Titels als Sportstadt nicht freiwillig eine Fanmeile? An dieser Stelle kommt die aktuelle Haushaltslage ins Spiel.

Gerade freiwillige Ausgaben seien derzeit besonders schwer zu rechtfertigen, so die Begründung aus dem Rathaus. Ohne einen besonderen Anlass sei eine solche Investition momentan nicht vorgesehen.

Private Events als Alternative

Ganz ohne Fußballatmosphäre wird Leipzig im Sommer dennoch nicht bleiben. Die Stadt geht davon aus, dass – wie schon bei früheren Turnieren – private Anbieter einspringen werden. Gastronomiebetriebe und Betreiber von Freisitzen, etwa am Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park, könnten eigene Public-Viewing-Angebote schaffen.

Zudem schließt die Stadt nicht aus, punktuell unterstützend tätig zu werden. Sollte es Initiativen geben, etwa Veranstaltungen ohne Konsumzwang oder Kooperationen mit privaten Akteuren, wolle man darüber informieren. Eine zentrale, städtisch organisierte Fanzone auf dem Augustusplatz wird es jedoch aller Voraussicht nach nicht geben.


Quelle: LVZ

Symbolbild: Freepik

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