120 Jahre Naturkundemuseum Leipzig

Naturkundemuseum

Seit der Gründung 1906 hat das Museum Generationen von Besuchenden begeistert, Naturwissenschaft erlebbar gemacht und spannende Einblicke in Erdgeschichte, heimische Tierwelt und neue Errungenschaften der Wissenschaft geboten.

In diesem Jahr feiert das Naturkundemuseum Leipzig sein 120-jähriges Jubiläum. Auch wenn unser Blick freudig in die Zukunft gerichtet ist, lohnt sich anlässlich eines solchen Jubiläums ein kleiner Rückblick auf die traditionsreiche Geschichte des Hauses.

Geburtsstunde des Museums

Die Geschichte des Naturkundemuseums Leipzig beginnt im 19. Jahrhundert mit einer Idee: Der Wissenschaftspublizist Emil Adolf Roßmäßler setzte sich für ein „Landesmuseum für vaterländische Geschichte und Industrie“ ein, das allen Menschen Zugang zu naturwissenschaftlicher Bildung ermöglichen sollte. Zwar wurde sein Vorschlag wohlwollend aufgenommen, doch er selbst erlebte die Umsetzung nicht mehr. Erst zu seinem 100. Geburtstag griff die Naturwissenschaftliche Vereinigung des Leipziger Lehrervereins seine Vision wieder auf. 1906 wurde die Gründung beschlossen, und 1912 eröffnete schließlich das „Naturkundliche Heimatmuseum zu Leipzig“.

Standort Lortzingstrasse – ehemalige II. Höhere Bürgerschule

Nach ersten erfolgreichen Jahren zog das Museum 1923 in ein eigenes Gebäude um und entwickelte sich weiter, bis es 1930 in städtische Trägerschaft überging. Trotz Umbauten in den späten 1930er-Jahren und der Herausforderungen des Zweiten Weltkriegs blieb das Museum weitgehend unbeschädigt. Bereits 1947 konnte es als erstes Leipziger Museum nach dem Krieg wieder öffnen. In den folgenden Jahrzehnten wurde es kontinuierlich modernisiert: 1961 erhielt es den Namen „Naturwissenschaftliches Museum“, später „Naturkundemuseum“, und erweiterte sein Angebot um neue Ausstellungen, ein Kleinplanetarium und wissenschaftliche Sammlungen.

Nach der politischen Wende begann die Suche nach einer grundlegenden Neuausrichtung. Zwar scheiterten zunächst Umbaupläne, doch als 2010 sogar die Schließung drohte, setzte sich die Leipziger Bevölkerung mit großem Engagement für den Erhalt ein. Daraus entstand ein Konzept für ein modernes, barrierefreies Museum.

Auf dem Weg zur Moderne am neuen Standort

Schließlich wurde 2020 entschieden, dem Museum im ehemaligen „Bowlingtreff“ am Wilhelm-Leuschner-Platz ein neues Zuhause zu geben. Dort soll ein zeitgemäßes Museum entstehen, das zentrale Ausstellungen wie das Mammut von Borna, die Valdivia-Expedition und bedeutende Präparate in den Mittelpunkt stellt.

So spannt sich der Bogen von einer visionären Idee im 19. Jahrhundert bis zu einem modernen Museumsprojekt der Gegenwart – getragen vom anhaltenden Engagement für Bildung und Wissenschaft.


Quelle: Stadt Leipzig

Bild: Wikimedia Commons/Frank Vincentz

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